Allgemeines
Ein Test auf das HI-Virus oder eine andere sexuell übertragbare Infektion kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein.
Nach einer Risikosituation hilft der Risiko Check einzuschätzen wie hoch das Risiko einer Infektion mit HIV oder einer anderen STI ist und gibt eine Empfehlung ab, ob ein Test notwendig ist.
Ein Test kann auch zu Beginn einer Schwangerschaft Sinn machen oder als Bilanztest, z.B. um in einer festen Partnerschaft in Zukunft auf Kondome verzichten zu können.
Bei Anzeichen einer Primoinfektion oder einer Immunschwäche ist ein HIV-Test angezeigt und bei Symptomen, die auf eine andere STI hinweisen könnten sind ebenfalls medizinische Abklärungen notwendig.
HIV
Der HIV-Test («Aids-Test») kann erst drei Monate nach einer Risikosituation eine HIV-Infektion sicher ausschliessen. Solange dauert es, bis der Körper nach einer allfälligen Infektion genug Antikörper gegen das Virus gebildet hat. Nach drei Monaten ist das Resultat eines HIV-Tests ausreichend sicher: Lautet das Resultat «negativ», konnten im Test keine Antikörper nachgewiesen werden, es hat keine Infektion stattgefunden. Lautet dann das Resultat «positiv», konnten im Test solche Antikörper nachgewiesen werden, es hat eine Infektion mit dem HI-Virus stattgefunden. Führen Sie den Test vor dem Ablauf der 3-Monate-Wartefrist durch, besteht die Möglichkeit, dass Sie sich zu früh getestet haben: Ein (noch) negatives Ergebnis könnte sich bei einem späteren Test als tatsächlich positiv herausstellen.
Der heute standardmässig in der Schweiz verwendete HIV-Test ist ein Kombinationstest, der im Blut nach Antikörpern und nach Virusbestandteilen (p24-Antigen) sucht. Weil nach einer Infektion mit dem HI-Virus relativ schnell Virusbestandteile im Blut auftauchen, bedeutet dies, dass der Kombinationstest eine Infektion möglicherweise bereits nach wenigen Wochen nachweisen kann.
Das Testresultat eines Labortests liegt je nach Ort der Durchführung nach wenigen Stunden oder 1 bis 3 Tagen vor. Schnelltests werden direkt in der Praxis ausgewertet und liefern das Resultat innerhalb einer halben Stunde.
VCT-Stellen sind Testangebote, welche sich an die vom BAG herausgegebenen Empfehlungen über die freiwillige HIV-Beratung und -Testung (VCT) halten und HIV-Schnelltests sowie das Risk Assessment Tool BerDa verwenden. An VCT-Stellen ist sicher gestellt, dass Klientinnen und Klienten eine adäquate Präventionsberatung erhalten. Einzelne dieser Stellen sind auf spezi-fische Zielgruppen der HIV-Prävention ausgerichtet: Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) oder Migration. Ihre Dienstleistung ist den Bedürfnissen dieser Zielgruppen angepasst. Teststellen sind Angebote, die sich (noch) nicht an die VCT-Empfehlungen des BAG halten.
Andere STI
Treten Beschwerden auf, die Anzeichen einer sexuell übertragbaren Krankheit sein können, ist eine ärztliche Abklärung nötig.
Diese Abklärungen können bei Hausärztin/Hausarzt, bei der/m behandelnden Gynäkologin/Gynäkologe oder in einer dermatologischen Poliklinik gemacht werden. Bevor man zur Ärztin oder zum Arzt geht, kann man sich unentgeltlich und diskret auch bei einer Fachstelle für sexuelle Gesundheit beraten lassen.
Für Männer, die Sex mit Männern haben oder Migrantinnen und Migranten gibt es aufgrund spezieller Bedürfnisse spezifische Adressen.
